Ritch Grissom Memorial Wetlands at Viera


Auf dem Weg von Ft. Lauderdale nach dem Cape Canaveral habe ich in den Viera Wetlands Halt gemacht. Wenn man nicht weiss, wo und was das ist, hat man keine Chance das Areal zu finden.

Mittlerweile sind die Viera Wetlands als Ritch Grissom Memorial Wetlands at Viera bekannt (Kartenlink).


Nachdem ich am Vortag auf einem Holzplankenpfad durch die Everglades marschiert bin, funktionieren die Viera Wetlands ganz anders.
Man fährt den kompletten Park mit dem Pkw ab und hält bei interessanten Situationen an. Entweder steigt man aus und baut sein Equipment auf oder fotografiert einfach aus dem Auto heraus.


Ich habe beide Varianten gewählt und an dem Tag lernen müssen, dass der IS des EF 500mm f/4L  IS zwar gut funktioniert, aber trotzdem (aufgelegt auf den Fensterrahmen) die Vibrationen des 3.6Liter V6 nicht immer ausgleichen konnte. Viele Bilder haben leichte Unschärfen, auch sah oft das Bokeh grauselig aus. Naja... Lehrgeld gezahlt. Ich habe es mir für den Rest des Urlaubs gemerkt.

Am Eingang angekommen war im Gegensatz zum Vortag herrlicher Sonnenschein. Trotzdem war es im Wind bitter kalt (um 8-10 Grad), was auch dem Reiher offensichtlich nicht wirklich gefiel:

Trotz Kälte war sehr viel los im kleinen Park, die Jäger unter den Vögeln waren sehr erfolgreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Anhingas (meine absoluten Lieblinge auf der Reise) saßen zumeist faul in der Sonne und hoften wohl auch auf wärmeres Wetter.


Ich bin den Park mehrfach abgefahren, insgesamt war ich etwa 5 Stunden vor Ort.

Im Süden, direkt neben der Fahrstrasse, hatten zwei Kanadareiher begonnen ein Nest zu bauen.
Während Madame zumeist im Nest wartete, durfte der Kavalier Geschenke in Form von Zweigen und Gräsern anschleppen.
Die Mitbringsel wurden bei der Rückkehr zum Nest vom männlichen Reiher seiner Herzdame präsentiert und in einem Ritual übergeben. Sie hatte dann die Aufgabe, das Nest auszubauen.

Viele Fotos sind nichts geworden, da das 500er deulich zu lang war und ich beide Reiher beim Anflug auf das Nest nicht ganz aufs Bild bekam.
Trotzdem habe ich einige Bilder vom Nestbau im Kasten, dank einer zweiten Backupkamera (60D) mit dem EF 70-300mm L drauf.

Das passte oft besser in der Brennweite, war aber meistens leider bei der Motivverfolgung von fliegendem Getier zu langsam. Trotzdem würde ich immer wieder zwei Kameras mitnehmen. Viele Situationen wären mir wegen des Objektivwechsels durch die Lappen gegangen.


 

 

 

Allgegenwertig in Florida sind die Truthahngeier. Die sind auch nicht wirklich scheu und lassen einen recht nahe heran:

Ich hatte am Nest der Kanadareiher eine nette Diskussion mit einem anderen Fotografen. Etwas zwei Stunden fachsimpelten wir über die Ausrüstung (er hatte ne EOS 1Dx + EF 600mm f/4II und eine EOS 1D IV mit EF 300mm f/2.8L IS).
Während er sich begeistert vom Silentmodus meiner 7D II  zeigte, fand ich seine Ergebnisse der 1Dx mit dem 600er fantastisch. Er bekam das Nest mit Insassen mit dem 600er besser drauf, als ich mit meiner Cropkamera und dem 500er.
Er gab mir noch einige Tipps zu locations mit auf die Reise, welche mir zwei Tage später sehr nützlich waren

Zum Abschluß meines Tagesberichts will ich noch einen Greifvogel zeigen, welchen ich während der restlichen Reise nicht wieder gesehen habe. Wie mir vor Ort versichert wurde, ist der auch sehr selten zu sehen.
Leider waren mir nur sehr wenige Fotos vergönnt, bevor der Vogel wegflog.
Auch saß er sehr weit weg in einem Baum, sodaß ich ihn mit 1000mm und handheld abgelichtet habe.

Ein Crested Caracara. Nur NMZ, da sehr stark bearbeitet, crop und etwas verwackelt:


Abends bin ich dann zu meinem nächsten Hotel auf Cocoa Beach gefahren. Durchgefrohren und mit Sonnenbrand habe ich auf einer Terasse (bei herrlichem Sonnenuntergang und Steak)  den Tag ausklingen lassen