Fort de Soto

Weil ich tags zuvor an der Circle B Bar Reserve etwa 15 Meilen gewandert war, hatte ich am 23.02.2015 mal einen Tag ohne Anstrengungen geplant.
Dazu bot sich der Fort de Soto Park in der Nähe von Tampa an. Die Locations waren allesamt mit dem Auto erreichbar. Heisst: Anhalten, ein paar Meter laufen, Foto machen... weiterfahren
Soweit der Plan, ich freute mich auf viele Fotos.

Morgens an der Parkeinfahrt angekommen sah das dann allerdings so aus...

Meine Stimmung war ähnlich den Wetterbedingungen trübe, da konnte nicht viel bei rumkommen

Also bin ich erst einmal zur Südspitze gefahren. Es liefen einige Strandvögel am Ufer rum, die Fotos sind angesichts des Nebels bis auf wenige Ausnahmen jedoch nicht vorzeigenswert.
Ich hoffte dass das Wetter im Laufe des Tages noch besser wird (was es auch tat) und bin die Insel einfach mal komplett abgefahren.

Unterwegs fand ich dann noch einen Falken und einen Fischadler, welche ich natürlich abgelichtet habe.

Die Originale sehen übrigens deutlich schlechter aus, es steckt einiges an EBV in den Bildern drin. Mir fehlt es dabei aber auch an Können, andere Fotografen holen da deutlich mehr raus. Naja... muss reichen

Der Fischadler saß auf einem Baum und hielt im nahen Wasser nach Beute Ausschau. Wegen des Nebels kam aber sicherlich auch bei ihm wenig Erfolg bei rum

Der Falke wartete offensichtlich auf Sonne, es war bei leichtem Wind sehr kühl (um 12° Celsius).


Da sich die Wetterlage am frühen Vormittag nicht wirklich besserte, entschied ich mich eine kurze Wanderung zu unternehmen.

Kurz vor dem nördlichen Ende der Insel geht eine Straße rechts ab. Folgt man der, kommt man zu einem Parkplatz mit Picnic Area. Auf dem Weg dorthin hatte ich einen kleinen Waldweg bemerkt, den Arrowhead Trail (Kartenlink)

Vom Vortag noch etwas erschöpft entschied ich mich nur das ganz leichte Besteck mitzunehmen, die 7D² mit dem 18-135 STM drauf.
Das sollte sich dann schnell als schlechte Entscheidung herausstellen...

Nach etwa einem Kilometer Wanderung war der Waldweg in einem Seitenarm abgesperrt. Ich dachte zunächst der Trail sei nicht begehbar, habe dann aber mal genauer hingeschaut...

... und da irgendwas Flauschiges auf einem Stumpf entdeckt.


Da ich nur das 18-135 STM dabei hatte, bin ich schnell den einen Kilometer zum Auto zurück gelaufen, um das grosse Geraffel zu holen. Das flauschige Etwas war noch da und es sah nach der Rückkehr vor Ort dann so aus:

Und das ganze entpuppte sich dann als ein knapp drei Monate altes Jungtier des Virginia-Uhu:

 

 

Ich habe etwa zwei Stunden vor Ort gewartet, ob die Elterntiere zum Füttern vorbeikommen, leider tat sich nichts. Ein Ranger kam später vorbei, um nach dem Nest zu schauen und hat mir über eine halbe Stunde lang Informationen gegeben. Er meinte dann auch, es lohne nicht auf das Muttertier zu warten.
Ich habe das Warten dann irgendwann abgebrochen. Es war unglaublich schwül, die Moskitos haben mich aufgefressen und die Klamotten waren triefnass vom Nebel und leichten Nieselregen.


Die Bilder sind leider nicht in bester Qualität. Angesichts der Entfernung und den Umständen bin ich (zumindest mit dem Erlebnis) zufrieden


Ohne die Absperrung wäre ich aber sicher am Uhu vorbeigelaufen.


Mittags verzog sich der Nebel und die Sonne kam mit voller Kraft heraus.

Wieder fluchte ich über Dynamikumfang und eigenes Unvermögen, den Kardinal ohne abgesoffene Tiefen und gleichzeitig auch ohne ausgefressenen Himmel ablichten zu können:

Der Rotkardinal saß auf einer Art Baum (habs nicht so mit der Flora ) im alten Fort. Bei Rundgang dort war er schon von Weitem zu hören, er war lautstark am Singen. Also wieder zurück zum Auto... wieder das 500er geholt... Ich habe danach immer alles mitgeschleppt. Ich war das zurücklaufen zum Auto leid

Nicht weit davon saß ein Louisianawürger hoch im Baum:


Nachmittags war ich dann noch mal am Strand und habe ein paar Black Skimmer beobachtet

Im deutschen Sprachgebrauch heisst der Vogel "Schwarzmantel-Scherenschnabel". Naja...
Lustig anzuschauen waren sie auf jeden Fall.

Kurz vor meiner Fahrt zurück zum Hotel posierte dann noch ein Kiebitzregenpfeifer im Abendlicht.

 

 

Trotz wenig versprechendem Start in den Tag habe ich sehr viel gesehen und erlebt. Fort de Soto: Definitiv ein Tipp!