Estero Lagoon - Ft. Myers Beach

Mein letzter Urlaub in Florida liegt zwanzig Jahre zurück. Damals mit einer analogen Minolta SLR und billigem 70-210mm Zoomobjektiv unterwegs, kamen (nach heutigen Maßstäben) wenig ansprechende Naturfotos zustande. Heute ermöglicht einem die Technik da ganz andere Möglichkeiten, ich denke da an 10 Bilder pro Sekunde und schneller Ultraschallantrieb in den Objektiven. Ganz zu schweigen von den Folgekosten der analogen Zeit mit ihren Rollfilmen.


Nicht alles jedoch war früher schlecht, in diesem Urlaub ist mir sehr negativ aufgefallen, dass die Möglichkeiten freien Zugang zu Stränden oder anderen Gebieten zu haben sehr stark zurück gegangen ist. Überall ist nun Privatbesitz, unzählbare, mit Schranken verschlossene Seniorenresidenzen, sehr wenige Parkmöglichkeiten für das Auto.


So auch in Ft. Myers Beach.
Der Verkehr von und zu der Insel ist mörderisch. Ich habe stellenweise über eine halbe Stunde für eine Meile benötigt. Parkplätze kosten um 7 bis 12 USD die Stunde! Tipp: Feierabend und Mittagszeit vermeiden


Dann gibt es da dann aber noch einige wenige Ausnahmen, eine davon ist die Estero Lagoon auf Ft. Myers Beach. (Kartenlink)


Man kann hier auf der gegenüberliegenden Strassenseite bei einer kleinen Shoppingmall kostenfrei parken, ich stand bei der Pharmacy.
Es empfiehlt sich, einigermassen sandundurchlässige Schuhe zu tragen. Der Sand an der Lagune und Strand ist unglaublich fein, ohne Schuhe geht es nur bedingt vorwärts. Auch empfiehlt es sich bei Wind auf seine Ausrüstung zu achten, der Sand kriecht tatsächlich überall rein.


Die Lagune selbst besteht aus zwei Teilen plus Strand. Während an der nördlicheren Lagune wenige Kormorane und Graureiher anzutreffen waren, entdeckte ich an der südlichen Lagune zahlreiche seltenere Reiherarten, wie tricolored und little blue Herons.

 

 

 

Am Strand selbst sind viele Wasservögel anzutreffen, auch hier kommt man sehr nahe an die Tiere heran.


Nicht weit von der Lagune befindet sich der Lovers Key State Park.
Der liegt direkt hinter der Brücke am südlichen Ende von Fort Myers Beach.

Man hat mehrere Möglichkeiten den Park zu besuchen. Per Pkw einfahren kostete glaube ich 8,- USD, zu Fuß vom nördlichen Eingang waren es 2,- USD.
Ich wählte (auch in Unkenntnis des möglichen Zugangs mit dem Auto) den nördlichen Eingang und machte mich mit auf den Weg.
Anfangs war da wenig spektakuläres zu entdecken, eigentlich gar nichts.
Irgendwann raschelte es und dieser kleine Wicht saß, in Gedanken versunken eine Nuß knabbernd, neben dem Fußweg:

Als er mich bemerkte hielt er kurz inne, wie man auf dem Bild sieht. Nach kurzem Beobachten kam er aber schnell zu dem Entschluß, dass ich ihm nichts böses wollte und setzte seine Beschäftigung seelenruhig fort.
Allgemein habe ich sehr wenige Hörnchen in Florida gesehen, anders als etwa im Südwesten der USA, wo die einem ständig zwischen den Füßen herumlaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas weiter am Weg sah ich dann noch die Ursache für die ausgehöhlten Palmenstümpfe. Ein Specht hämmerte auf dem Stamm herum:

 

Später am Strand kam ich dann noch einem braunen Pelikan sehr nahe, der sich (auf Fische bei einem Angler hoffend) etwas in Pose warf:

Angesichts des langen Marsches an der Lagune zuvor, der extremen Hitze und meiner schon von Sonnenbrand geröteten Arme bin ich dann umgedreht.

Ich denke aber, dass der Park im Südöstlichen Teil ähnlich ergiebig wie die Lagune ist, soweit bin ich aber nicht gelaufen.